Der Bordesholmer Altar Skizze fÃijr ein LehrstÃijck zum Christentum

Der Bordesholmer Altar
Skizze für ein Lehrstück zum Christentum

Horst Leps

25. September 2025

Studientexte …
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Dr. Horst Leps
Elersweg 17
D-22395 Hamburg
http://www.leps.de
horstleps@gmx.de

Inhaltsverzeichnis

0.1 Vorbemerkung: Ein Lehrstück über den christlichen Glauben
1 Ein möglicher Durchgang
1.1 Die Schüler sehen den Altar.
1.2 Die Arbeit im Klassenzimmer
1.3 Ein eigener Altaraufsatz?
2 Zur Didaktik und Methodik
A Anhang
A.1 Material
A.2 Verzeichnisse
Literatur

__________________________________________________________________________________________________________________________________

0.1. Vorbemerkung: Ein Lehrstück über den christlichen Glauben

Man sollte im Unterricht das Schönste, Beste und Beeindruckendste zeigen, wenn ein wichtiger Gegenstand und / oder Gegenstandsbereich verstanden werden soll.

Alle wissenschaftlichen Fragen können auf zwei Fragen zurückgeführt werden: a) Was ist die Ursache von x? b) Was ist der Sinn von x?

Bonhoeffer: Wer ist und wer war Jesus Christus?, S. 11

Lehrkunstdidaktik schreibt „exemplarisch – genetisch – dramaturgisch“ gebaute Lehrstücke1.

Solcher Unterricht ist auch bei religiösen Gegenständen möglich: Ein konkretes christliches Kunstwerk beispielsweise ist aus einem bestimmten, konkret beschreibbaren Bedürfnis entstanden. Es ist die Realisierung einer Aufgabe in einem Kontext. Menschen haben es geschaffen, um etwas auszudrücken. Es gehört zur menschlichen Sprache des Glaubens, „in, mit und unter“2 der Gott zu den Menschen spricht. Dieses Kunstwerk enthält Aussagen über Inhalt und Gegenstand des christlichen Glaubens, damals und – wenn es richtig gewählt ist – auch heute.

Ein Gegenstand wird im Lehrstückunterricht mit all seinen Aspekten befragt. Die Grenzen der Schulfächer dürfen ihn nicht einschränken3.

In unseren Schulen wird Christentum unterrichtet, dabei wird auch mit Gegenständen christlicher Kunst gearbeitet. Hier wird der Versuch unternommen, eine Skizze4 für einen Lehrstück-Unterricht über eines der bedeutendsten christlichen Kunstwerke Norddeutschlands, den „Bordesholmer Altar“5 zu schreiben. Annahme ist: Der Altar von Hans Brüggemann von 1521 ist ein „geschnitztes Glaubensbekenntnis“6. Kurz vor der Reformation kündigte sich ein Durchbruch an: Der Altaraufsatz zeigt in der Mitte die Geschichte der Kreuzigung und Auferstehung Jesu, von der Gefangennahme bis Pfingsten. Christus ist das Zentrum des Glaubens. Die Predella zeigt verschiedene Gemeinschaftsmahle aus dem Alten und den Neuen Bund, der obere Teil, das „Gesprenge“, geht in heilsgeschichtliche Dimensionen.

Der Altaraufsatz ist Ausdruck eines Glaubenslebens, das vor diesem Altar in einem liturgischen Vollzug seinen Platz findet. Der Weg Christi soll in der Gemeinschaft der Gläubigen zum Weg des einzelnen Gläubigen werden. Sein Gehalt stammt aus der Bewegung der devotio moderna7, die bis heute im Andachtsbuch imitatio christi8 des Mönchs Thomas von Kempen gegenwärtig ist und aus einem humanistischen Reformchristentum der Zeit vor der Reformation, für den der damals viel gelesene Erasmus von Rotterdam steht9. Vielleicht ist der Altar ein Kommentar zur politischen und menschlichen Lage seiner Zeit.

Der „Bordesholmer Altar“ steht vor der konfessionellen Spaltung, er ist in „katholischer“ Zeit im Kloster der Augustinerchorherren10 in Bordesholm entstanden und steht jetzt in der evangelischen Bischofskirche in Schleswig. Er kann als ökumenisches Exempel der Inhalte des christlichen Glaubens gesehen werden11. Genau deshalb kann er, sofern er didaktisch-methodisch zugänglich ist, im evangelischen, im katholischen Religionsunterricht und im „Religionsunterricht für alle“12 unterrichtet werden: Der christliche Glaube des Einzelnen und der Gemeinschaft der Gläubigen soll sichtbar werden, es soll sogar etwas davon erfahren werden können. Der Unterricht müsste deshalb bis zur Wiederholung liturgischer Vollzüge gehen.

Die lehrstückdidaktische Annahme ist: Der Altar ist selbst ein didaktischer Gegenstand. Er soll in jeder Messe vor allem der Wiederholung des dargestellten Geschehens im Gläubigen dienen. Der Altar illustriert nicht nur als biblia pauperum das einmalige Geschehen, er verdeutlicht vielmehr ein permanentes Geschehen, an dem die Gläubigen vor dem Altar existentiell teilhaben: Es ist, in bestimmter Form, ihre eigene Geschichte, die da erzählt wird: „Das alles fragt mich: Wer bist Du in diesem Geschehen?“13

Dieser Altaraufsatz im Bischofsdom von Schleswig ist der exemplarische, der konkrete Gegenstand, um den es in diesem Lehrstück geht. Der Unterricht führt zu ihm hin, von ihm weg und wieder zu ihm hin. Religiöse Einstellungen und religiöse Praxis müssen erkundet und in ein Verhältnis zum Schnitzaltar gesetzt werden. Ein Gesamtverständnis soll erarbeitet und zum Ausdruck gebracht werden, damit an einem Exempel ein Allgemeines am Christentum gelernt werden kann.

Und wie verstehen wir diese Aussagen heute? Können wir die Gegenwart von diesem Altar her verstehen? Können wir solch ein Verständnis in ähnlicher Weise wie Brüggemann zum Ausdruck bringen?

1. Ein möglicher Durchgang

1.1. Die Schüler sehen den Altar.

Ein Lehrstück fängt mit einer Realbegnung an, normalerweise. Die Schüler sollen den realen Gegenstand entschlüsseln, um ihn zu verstehen, nicht dessen didaktisch zubereiteten Ersatz. Ein Klassenausflug oder eine Projektwoche wären die beste Möglichkeit14.

Hier wird ein Lehrstück konzipiert, das strenggenommen nur in Schleswig selbst unterrichtet werden könnte. In anderen Gegenden müssen andere religiöse Gegenstände gesucht werden und gefunden werden15.

Die Schüler betreten den Dom durch den Haupteingang und sehen Richtung Chor nach Osten. Vom Altar sehen sie zunächst fast nichts. Er ist wie hinter einer durchlöcherten Wand versteckt. Das Wort „Lettner“ lernen die Schüler jetzt kennen. Sie müssen unter ihm durch in den „Chor“, ein Wort, dass jetzt auch neu kommt.

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Abbildung 1: Nach dem Eingang — Blick nach Osten

Stehen sie direkt vor dem Altar, sieht er nicht sehr übersichtlich aus.

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Abbildung 2: Der Altar, wenn man vor ihm steht.

Die Schüler müssen ein paar Schritte zurück treten. Sie gewinnen Überblick, müssen aber für die Einzelheiten wieder dichter an ihn heran. Ein Fernglas für kurze Distanzen könnte helfen.

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Abbildung 3: Der Altar schließt den Chor ab, er ist sein inhaltliches Zentrum

Erster Eindruck: Ein hölzerner Aufbau mit vielerlei Geschnitztem.

Für die Schüler ist womöglich zuerst nicht viel zu erkennen: Ein großes braunes Gebilde, in sich irgendwie gegliedert. Sie müssen näher herantreten.

Schüler finden langweilig, was sie nicht erkennen können, weil es ihnen zu unübersichtlich erscheint und wenn ihnen der Schlüssel zum Verständnis fehlt. Hier steht die Unterrichtsregie womöglich vor einem Problem.

Was kann der Lehrer tun? Hinweise geben: Schaut mal von links nach rechts, macht Euch eine Tabelle, tragt ein, was Ihr seht. Oder gibt er den Schülern eine Überblickszeichnung, die die Schüler ausfüllen? Das hängt von der Lerngruppe ab.

Man kann nicht mehr voraussetzen, dass sie die biblische Geschichte von der Gefangennahme Jesu, von Kreuz und Auferstehung kennen. Man kann deshalb nicht erwarten, dass sie die Geschichte der einzelnen Szenen erkennen und in eine Reihenfolge bringen. Was unterhalb und oberhalb der Szenen zu sehen ist, kann erst einmal fortgelassen werden.

Die Schüler sammeln Material, dazu fotografieren mit ihren Handys und machen Zeichnungen der Gliederung.

Langsam entsteht ein Überblick mit der Geschichte Jesu, wie immer die Schüler sie formulieren. Sie muss vor Ort nicht ausformuliert werden.

Unterhalb der Geschichte Jesu stehen vier Fächer mit der Darstellung von vier Mahlzeiten, in der Mitte ein mit einer Puppe gefülltes vergittertes Fach.

Nach oben hin wird die Geschichte außen auf der linken und der rechten Seite weiter, in der Mitte eine große Marienfigur und ganz oben der thronende Christus.

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Abbildung 4: Die Gliederung des Altaraufsatzes

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Abbildung 5: Die Gefangennahme – ein Beispiel für die Fächer

Es wird nicht möglich sein, beim Besuch des Altars die Darstellung der Geschichte (vollständig) zu entschlüsseln, geschweige denn den theologischen Gehalt. Es wird zu viel dargestellt. Im Klassenzimmer wird ein besseres Verständnis erarbeit. Die Schüler haben ihre Handys dabei; einige von ihnen benutzen sogar „richtige“ Fotoapparate mit Tele-Objektiven. Es kann Material besorgt werden: Zeichnungen und Fotos, provisorische Zusammenfassungen der dargestellten Geschichte.

Beschäftigt sich jeder Schüler mit dem ganzen Altar? Oder werden Gruppen gebildet?

1.2. Die Arbeit im Klassenzimmer

Im Klassenzimmer – oder im Kunstraum der Schule – wird der Altar neu aufgebaut. Die Schüler haben ihre Zeichnungen und Fotos mitgebracht. Das Langewiesche-Heft aus der Reihe „Die blauen Bücher“ mit dem Text von Jan Friedrich Richter und den Farbfotos von Alexander Voss16 liegt in ausreichender Menge aus. DIN-A3-Blätter werden mit Tesafilm-Streifen an der Rückseite zusammengeklebt, eine große weiße Fläche entsteht, auf die der Umriss des Altaraufsatzes eingetragen wird. Im gefalteten Innenteil der Rückseite des Langewiesche-Hefts gibt es eine Skizze der Felder des Altaraufsatzes. Die Schüler blättern zwischendurch im Heft von Richter (Text) und Voss (Aufnahmen).

Die Altarnachbildung wird im Klassenzimmer an die Wand gehängt, sie bleibt immer gegenwärtig.

Nun muss der Inhalt rekonstruiert werden.

Jeden Feld wird ein Titel/ ein Inhalt zugeordnet. Im Schrein und den aufgeklappten Flügeln in den beiden Zeilen und links und rechts oben über den Zeilen ist die Geschichte Jesu von der Gefangennahme. Die Bibelstellen werden zusammengestellt, im Nacheinander gelesen ergeben sie eine fortlaufende Darstellung.

Im großen mittleren Teil des Altaraufsatzes, den die Kunsthistoriker „Schrein“ nennen geht es um die Geschichte Jesu Christi von Verrat und Gefangennahme bis zur Erscheinung bei den Jüngern (= Der ungläubige Thomas). In der Mitte des Schreins gibt es unten eine überbreite Kreuztagung, darüber die Kreuzigung. Es sind die Ereignisse, die zur Kreuzigung hinführen, und jene, die aus der Kreuzigung auf Erden folgen17. Über dem Schrein geht die Darstellung sozusagen himmlisch weiter, wenn wir von Adam und Eva abgesehen wird. Links über dem Schrein fährt Jesus zu seinem Vater zurück, rechts gründet er von oben her durch eine Taube, also seinen Geist die Kirche auf der Welt.

Der Altar ist von unten aus dem Raum vor ihm zu betrachten, auf dem Fußboden stehend. Nur so sind beispielsweise die hinten höher gestellten Figuren Teil einer sich zusammen scharenden Menschenmenge18. Fotos müssten also von unten aufgenommen werden, sonst verfehlen sie die vom Holzschnitzer beabsichtigte Wahrnehmung19.

Schwieriger ist die Predella zu erfassen. Jesu Abendmahl am Gründonnerstag können die Schüler vermutlich noch erkennen, es gibt sicher einige Konfirmanden / Konfirmierte. Aber die anderen drei Fächer werden nicht ohne Einhilfe zu erkennen sein.

Oberhalb des Schreins gibt es eine Mutter Maria mit ihrem Kind und darüber einen thronenden Christus. Auch hier wird das Verständnis nicht ohne Mithilfe des Lehrers zu finden sein.

Lehrstücke wollen kulturwichtige Entdeckungen oder Erfindungen nach-entdecken, nach-erfinden. Es muss eine didaktische Inszenierung eingerichtet werden, die die Schüler einen womöglich jahrelangen Vorgang in eine überschaubare Zahl von Unterrichtsstunden im Klassenzimmer oder von Projekttagen wiederholen lässt. Ein Altaraufsatz soll „gebaut“, „geschnitzt“, „hergestellt“ (wie sagt man das?) werden.

Vielleicht kommt jetzt ein Diavortrag: Geschnitzte Altaraufsätze. Was ist das? Dazu einige Beispiele, darunter vielleicht der Altaraufsatz der Segeberger Marienkirche. Warum wurde so etwas geschnitzt und aufgestellt? Was muss man wissen, um diese Fragen zu klären? Ein Horizont muss umrissen werden.

Mögliche Fragen:

„Nun wollen wir sehen, wie er entstanden ist. Er enthält viele religiöse Aussagen und er hat, wie man sich denken kann, viel Geld gekostet. Wer war daran beteiligt? Ein Kloster, ein großer Geldgeber, vielleicht ein Fürst, der Schnitzer mit einer Werkstatt für die Ausführung und ein paar Theologen für die Ausgestaltung und die Aussagen.“

Die Historiker kennen

Jeder brachte seine Vorstellungen mit:

Sie haben jeder für sich und auch gemeinsam geplant. Diese Planung vollziehen wir nach und entwerfen den Altaraufsatz. Mal sehen, ob wir bis zum Bordesholmer Altar kommen.

Die einzelnen Planungen

Die Schüler haben den Auszug aus dem Text der Marienklage und vergleichen ihn mit der Folge der Bilder in Dürers „Kleiner Passion“38.

Der Ablauf des Geschehens findet sich auf dem Altaraufsatz wieder. Allerdings fehlen die tröstenden Worte von Johannes an die Mutter Jesu, die die theologische Deutung enthalten.

Es ist von großer Bedeutung für die Rettung der Menschheit,
dass Jesus Christus, unser Erlöser, gestorben ist. …

Aufgrund seiner Güte wollte er erlösen
die Menschheit von der Macht des Bösen …
das wurde uns von unseren ersten Vorfahren überliefert;
wie uns die Schrift sagt, kam es von Eva und Adam.

Diese Sätze lassen sich nicht unmittelbar in geschnitzte Figuren übertragen, aber in die Komposition des Altars: Der wiederkommende Christus als der Herr des Gerichts ist zugleich und zuerst ein Herr der Gnade.

Im Hintergrund steht der Segeberger Altaraufsatz von 1515. Die Bordesholmer Mönche, die sich immer in leichter Konkurrenz zu ihren Ordensbrüdern sehen, möchten einen schöneren Altaraufsatz. Wie kann man ihn „toppen“?

Diese Anforderungen an einen neuen Altaraufsatz lagen nahe:

Was konnte von der Marienklage auf den Altar kommen? Der Vergleich zeigt Unterschied und Einfluss.

Die Schüler kleben die Photokopien der Dürer-Grafiken auf Din-A5-Papier und darunter Teile der Texte. Sie entdecken Leerstellen und beschreiben sie. Sie kleben diese Blätter so zusammen, dass in der Mitte ein großes Feld die Kreuzigung wie in Segeberg zeigt39.

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Abbildung 6: Von der Marienklage zum Bordesholmer Altar – Ein Vergleich von Marienklage, Segeberger Altar, Dürers „Kleiner Passion“ und Bordesholmer Altar

Vielleicht kann man die Entwicklung so zusammenfassen:

1.
Der die Marienklage einleitende Handlungs-Ablauf wird in einzelnen Szenen dargestellt. Dabei orientiert sich der Schnitzer an Dürers Grafiken. Der Haupteil – Klagen der Maria in den Dialogen mit den anderen Figuren – werden weggelassen. Die theologischen Wertungen durch Johannes werden teils noch in Szenen übersetzt, teils im Aufbau des Altars – oberhalb der Szenenreihen realisiert.
2.
Aus der „Kleinen Passion“ von Dürer werden die ersten Zehn Grafiken vom Sündenfall bis zum Ölberg weggelassen, würde viel zu viel werden, die Ausnahmen Abendmahl und Fußwaschung kommen in die Predella.
3.
Der Segeberger Altaraufsatz gibt grob den Rahmen der Szenerie: Zwei Zeilen mit Fächern, die geschnitzte Szenen beinhalten, jeweils zwei Mal drei Fächer übereinander und in der Mitte die Kreuzigung, die über beide Zeilen hinweg geht. Die Zukunft der Heilsgeschichte soll aber nicht unten rechts in die Ecke, sondern muss nach hoch oben, als Gottes Zukunft mit der Menschheit gesetzt werden.
4.
Die Klage kann nur in ein einziges Fach untergebracht werden, sonst müsste ja dieselbe Szene mehrfach dargestellt werden. Das wäre eine schlechte ästhetische Ökonomie. Also wird die himmlische Marien, die Königin, über den Altar gesetzt und Christus, der Weltenrichter, kommt noch weiter nach oben, so dass er den ganzen Altaraufsatz beherrscht. Der Altar ist letztlich von Christus hoch oben zu verstehen.
5.
Aber warum sind Abendmal und Fußwaschung aus der Reihe der Handlungen herausgenommen worden und mit 3 weiteren Mahl-Szenen verbunden worden? Das gemeinsame Mahl muss eine besondere Bedeutung haben, die sich aus dem bisherigen Weg nicht erklären lässt.

Die Darstellung Jesu

Brüggemann hat bei verschiedenen Figuren gezeigt, dass er ihnen einen individuellen psychologischen Ausdruck geben kann. Der Rutenbinder ist das markantes Beispiel. Jesus Christus hat immer dasselbe ruhige Gesicht. Die Meute tobt, es scheint ihn nichts anzugehen.

22 Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und
wunderten sich über die Worte der Gnade,
die aus seinem Munde kamen, und sprachen:
Ist das nicht Josefs Sohn?
28 Und alle, die in der Synagoge waren,
wurden von Zorn erfüllt, als sie das hörten.
29 Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus
und führten ihn an den Abhang des Berges,
auf dem ihre Stadt gebaut war,
um ihn hinabzustürzen.
30 Aber er ging mitten durch sie hinweg.

Der Jesus Christus, den Brüggemann zeigt, ist weit entfernt vom leidenden Schmerzensmann des Isenheimer Altars40.

Die Predella

Das Tabernakel mit den geweihten Oblate in der Mitte bedeutet nach mittelalterlicher und auch heutiger katholischer Auffassung die leibhaftige Gegenwart Christi. Es handelt sich um eine bemerkenswerte Darstellung41

Die vier Szenen erscheinen in je zwei durch Rahmen zu Paaren verbundenen Fächern, die das in der Mitte befindliche Tabernakel flankieren. Das Leitthema der Bildfolge ist das religiöse Mahl. In den beiden äußeren Fächern haben wir je einen geläufigen altestamentlichen Typus zur Eucharistie: links den Empfang Abrahams durch Melchisedek nach der Schlacht zur Befreiung Lots und rechts Moses und die Israeliten beim ersten Passahmal vor dem Auszug aus Ägypten. … Zu seiten des Tabernakels erscheinen links das Abendmahl Jesu simultan mit der Fußwaschung und rechts das sogenannte Liebensmahl.

Die Inhalte der Figur in der Mitte und der Rahmen auf beiden Seiten sind aufeinander bezogen: In der Mitte steht im Tabernakel der gegenwärtige leibhaftige Christus für das gegenwärtige Abendmahl, zu beiden Seiten links von ihm das Mahl, das er selbst gehalten hat, und recht das Mahl seiner Gemeinde, die beiden äußeren altestamentlichen Szenen weisen vorweg auf das zentrale Geschehen und bekommen von ihm seine Bedeutung. Es gibt keinen Unterschied in der Ausführung der einzelnen Fächer, keines wird durch künstlerische Mittel besonders hervorgehoben, keines gemindert. Jesus Christus geht aus der Geschichte Israels hervor, ohne die Bedeutung Israels zur bloßen Vorgängerreligion zu mindern. Jesus folgt aus Abraham und Moses, er markiert keinen Bruch mit seinen jüdischen Vorgängern42.

Die Kunsthistoriker sehen im Liebesmahl rechts vom Tabernakel den damaligen schleswiger Bischof Gottschalk von Ahlefeldt und Herzog Friedrich von Schleswig und Holstein43. Im Bordesholmer Kloster wurde Erasmus von Rotterdam gelesen, vielleicht ist es eine Anspielung auf seinen Text Erasmus von Rotterdam: „Die Klage des Friedens“, 1517, S. 53-59, in dem das christliche Abendmahl ein zentrales Argument gegen Kriege unter Christen ist44.Andere sehen in Brot und Wein auf dem Tisch eine Vorwegnahme des Abendmahls in beiderlei Gestalt45. - :

Das Gesprenge

Der Teil des Altaraufsatzes über dem Schrein scheint auf den ersten Blick etwas konfus zu wirken. In der Mitte steht Maria, die Himmelskönigin, auf einer Mondsichel mit dem Jesuskind im Arm46, Jesus hält die Welt auf seinem Schoß und segnet die Welt. Rechts und links von ihr, in einigem Abstand, Adam und Eva nackt, sie hält den Apfel, also der Sündefall, über Maria, beten die beiden zum wiederkehrenden Jesus. Jesus thront ganz oben auf der Weltkugel, mit seinem Kopf sind Schwerter verbunden, beide Hände hält er belehrend zu den Anbetenden in der Kirche.

Warum steht sie auf einem Mond? Der Mond meint das nach Offb, 12,1–17 zu bekämpfende und schon fast vernichtete Böse und das Jesus-Kind auf ihrem Arm segnet die Welt.

Es geht um die Weltgeschichte als Heilsgeschichte, vom Fall der Menschen zu ihrer Rückkehr47.

Jesus ist hier Richter. Aber richtet er wirklich? Es gibt keine Anspielung auf einen doppelten Ausgang der Heilsgeschichte, nach dem die einen in den Himmel, die anderen in die Hölle kommen, wie auf dem Segeberger Altar. Ist es vielleicht eine Anspielung auf die „ἀποκατάστασις πάντων“, die Wiederkehr aller Dinge, aller Menschen48? Oder eine Parallele zu sola gratia und sola fide bei Luther49? Es waren dieselben Jahre, eine Parallele von künstlerischer Gestaltung und theologischer Erkenntnis? Die Welt der Hölle und des Ablasses ist hier weit weg, unbekannt50.

Im Gesprenge ist übrigens eine seltsame Darstellung von Gott zu sehen: ein alter Mann mit Bart, ein Missgriff des Künstlers und seiner Berater.

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Abbildung 7: Segeberger Altar – Pfingstwunder und Jüngstes Gericht.

1.3. Ein eigener Altaraufsatz?

Eine Rekonstruktion des Altars mit Schülerfotos im Klassenzimmer führt zu den Fragen des Woher und Wozu. Ein Lehrervortrag klärt die historisch-politische Lage. Er gibt den Schülern Materialien: Dürers Grafiken, Ausschnitte aus der imitatio christi, die Marienklage und Erasmus zum Abendmahl. Textausschnitte werden in die Rekonstruktion eingetragen. – Die Aussage des Altars wird erkennbar.

Ein ausführlicher Unterricht beschäftigt sich mit älteren und gegenwärtigen theologischen und religionskritischen Texten zur Vertiefung der Aspekte des Altars.

Kann die Botschaft des Altaraufsatzes auf die Gegenwart übertragen werden? Zeigt die Kreuzigung Jesu, wie die Menschen – auch heute – real sind? Würde ein Jesus heute wieder verfolgt werden? Sagt die Botschaft des Altaraufsatzes, wie es Menschen ergeht, die jede Sünde, jede Ungerechtigkeit vermeiden wollen? Kann Jesus Vorbild sein? Kann und soll man ihm „nachfolgen“, darf man das?

Dazu sind Materialien zur Gegenwart erforderlich: Menschen in Kriegen, hungernde Menschen, ganz reiche Menschen – Material lässt sich unendlich finden. Aber wie geht es Menschen, die sich dagegen wenden? Soll man sich ihnen anschließen, sie als aktuelle Vorbilder nehmen? Oder passt man sich besser an, um vorwärts zu kommen und keine Schwierigkeiten zu bekommen?

Vielleicht gibt die „Hungertuch“-Aktion von Misereor Anregungen51.

Die Fragen sind uralt. In vorchristlicher Zeit hat sich Platon mit ihnen beschäftigt52. Vielleicht können auch seine Überlegungen zur Diskussion der Botschaft des Bordesholmer Altars beitragen.

Die Schüler könnten auch einen neuen Altar für die gegenwärtige Welt entwerfen, als heutiger Hans Brüggemann53: Die Leiden und Hoffnungen der heutigen Menschen, der gegenwärtigen Menschheit.

2. Zur Didaktik und Methodik

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Abbildung 8: Thematische Landkarte: Bordesholmer Altar – Die Quellen des Bordesholmer Altars und seine Verweise auf die Gegenstände des Christentums, dazu Anregungen für einen aktuellen Altar. Die Grafik ist von links nach rechts und dann nach unten zu lesen und gibt damit einen Überblick über die Reihenfolgen im Lehrstück.

Die Schüler dürften das Christentum (den christlichen Glauben, die christliche Religion) kaum wirklich kennen54. Das schafft Schwierigkeiten: Wenn die Schüler den Altar sehen, kann es sein, dass ihnen noch nicht mal Fragen zu ihm einfallen55. Detaillierte Hinweise und/oder Arbeitsaufträge dürften notwendig sein. Es gilt zunächst einmal, einen Überblick zu gewinnen: Der Hauptteil mit dem Weg Christi, im Zentrum die Kreuzigung, der Unterbau mit den vier Mahlzeit-Szenen und der Oberbau mit Maria und dem thronenden Christus. Vielleicht kann in der Kirche noch die Jesus-Geschichte im Hauptteil nacherzählt werden.

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Abbildung 9: Thematische Landkarte: Bordesholmer Altar – seine Bezüge zu anderen großen Themengebieten

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Abbildung 10: Die Gliederung des Unterrichts in Abschnitten

Dieser Entwurf zu einem Lehrstück ignoriert zunächst die Klassenstufen und Altersgruppen der Schüler. Der Altaraufsatz hat das immer schon getan. Er steht da in Kirche und verkündet seine Botschaft an jung und alt. Für jede Lerngruppe können deshalb nur dieselben Ziele angegeben werden:

Die Lernwege der verschiedene Lerngruppen unterscheiden sich nach dem Alter der Schüler, aber auch nach ihren subjektiven Interessen. Die einen wollen erst einmal nur grob verstehen, was sie in der Kirche stehen, andere wollen ein vertieftes Verständnis, noch andere wollen sich zusätzlich mit dem persönlichen Aspekt dieser Botschaft auseinandersetzen: Was will dieser Altaraufsatz mir über mich und mein Leben sagen, will ich das hören oder lehne ich es ab? Für jede Lerngruppe sind andere Entscheidungen zu treffen.

Ein Lehrer, der sich auf den Bordesholmer Altar einlässt und ihn deshalb öfter unterrichtet, wird seinen Weg zu seinen Schülern im Laufe der Zeit finden.

Vielleicht haben Lehrer, die nicht nach Schleswig kommen können, hier eine Anregung für „ihren„ Altar/Altaraufsatz gefunden.

A. Anhang

A.1. Material

Hier sind Materialien abgedruckt, die meist nicht zu Hause im Bücherschrank stehen oder auch im Internet nicht so schnell zu bekommen sind. Oder Internet-Materialien werden grob bearbeitet, damit der Text nicht zu lang wird. – Sie sind eigentlich nur Hinweise auf Inhalte, die im Lehrstück vorkommen können.

Für den konkreten Unterricht müssen diese Materialien vom Lehrer immer noch eingerichtet werden.

Die Auswahl ist natürlich subjektiv, geprägt vom eigenen Studium und von eigenen Interessen. Jeder Lehrer wird das anders entscheiden.

A.1.1. Aus vorchristlicher Zeit

Platon: Der Staat Über Gerechte und Ungerechte56

A.1.2. Aus der damaligen Zeit

Aus der Marienklage Marienklage: Die Klage der Jungfrau Maria57

Johannes der Evangelist:

Hört, ihr gesegneten Menschen,
und lasst es euch zeigen
wie unser lieber Herr Jesus Christus,
Schöpfer des Himmels und der Erde,
heute für uns große Qualen erlitten,
und dazu noch der bittere Tod!

Hört zunächst, wie unser lieber Herr zur Zeit der Komplet
schwitzte blutigen Schweiß für uns,
und wie er auch freiwillig ging
dorthin, wo ihn seine Feinde gefangen hatten,
und wie er Judas, seinen treulosen Freund, küsste,
auf dem Mund,
als er im Begriff war, ebenso heimtückisch verraten zu werden
wie jeder Mensch, der jemals auf der Erde gelebt hat.

Die Juden, die er von ganzem Herzen liebte,
nahmen ihn gefangen, als wäre er ein Mörder oder Dieb.
In derselben Stunde
auch wurde er vor Hannas gezerrt und gefesselt;
er [Hannas] begann ihn über seine Lehren zu befragen
Dort wurde er auf seine heiligen Wangen geschlagen.

Hört, wie unser lieber Herr in dieser Nacht
wurde für uns gefangen genommen und gebunden
und wurde vor Bischof Kaiphas gezerrt!
Dort wurde er wahrlich niederträchtig verleumdet:
Seine Feinde, die Juden, berieten sich
dort darüber, wie sie ihn hinrichten könnten.

Dort hörte unser lieber Herr viele höhnische Worte:
Sie beleidigten seine würdige, heilige Geburt,
Sie sagten, er sei nicht der Sohn Gottes;
so blind waren sie.
Sie verbanden seine göttlichen Augen;
um ihn herum standen die grimmigen Juden

die ihn für einen Narren hielten
und schlugen ihm um die göttlichen Ohren.

Sie sprachen spöttisch: Wenn du Christus bist
dann sag uns, wer dich geschlagen hat!
Sie spuckten auf sein göttliches Antlitz,
sie haben es völlig besudelt und durchnässt –

O liebe Freunde, was für eine schreckliche Beleidigung war das für ihn!
Hört wie unser lieber Herr vor Pilatus gebracht wurde!
Dort wurde er wahrhaftig misshandelt:
Sie sagten, unser Herr sei ein Betrüger
und auch, dass er den Menschen falsche Lehren beigebracht habe.

Pilatus schickte unseren Herrn zu Herodes
der sich sehr darüber gefreut hat:
er dachte, er [unser Herr] sei ein Zauberer
und auch ein Irreführer des Volkes.
Herodes hätte einige seiner Wunder gerne gesehen;
aber das sollte ihm nicht passieren.

Er begann, unserem Herrn viele Fragen zu stellen
und die Juden begannen, sich sehr über ihn zu beschweren.
und unser Herr schwieg völlig und wollte ihm nichts sagen;
Dann verspottete Herodes mit all seinen Männern Jesus Christus.

Er kleidete ihn in ein Narrenkostüm
und schickte ihn so zurück zu Pilatus.
Unser lieber Herr hat dies mit großer Geduld ertragen
für unsere schuldigen Sünden.

Hört, wie unser geliebter Herr erbärmlich gebunden wurde
zu einer Säule um unserer Sünden willen!
So war unser Liebling,
würdiger Herr mörderisch geschlagen.
Kein Teil seines Körpers blieb unversehrt
und sein kostbares Blut floss über seinen ganzen lebenden Körper.

Sie flochten eine scharfe Dornenkrone
und drückte es auf sein blondes Haupt
damit sein heiliges, kostbares Blut
floss über sein gesegnetes Antlitz.
Sie spuckten übel [auf ihn]
sodass er aussah, als wäre er aus Spucke.

Sie schlugen mit einer Rute auf seinen gesegneten Kopf
und lachten über Marias Kind, als wäre es ein Narr.
Sie kleideten ihn in Purpur und fielen auf die Knie:
„Gegrüßet seist du, König der Juden!“, sagten sie verächtlich.

Danach wurde unser lieber Herr vor Gericht gezerrt
und wurde auf vielfältige Weise verleumdet.
Über ihn wurde ein falsches Urteil gefällt,
dass sie einen unschuldigen Mann gekreuzigt haben.

Er schleppte sein Balkenkreuz aus der Stadt.
Es war eine große Schande, dass ihm das passiert ist.
Sie hängten ihn daran wie einen schändlichen Dieb.
Dort zeigte er uns seine große Liebe
indem er für seine Feinde betet;
dort hatte er Schmerz und großen Hass abgelegt.

Sein Leiden war noch größer:
innerlich litt er große und unerträgliche Qualen
als er seine würdige Mutter Maria hörte
sehr bitterlich weinend und schreiend.

Zwei Mörder wurden ebenfalls gefasst; schändlicherweise
er wurde zwischen ihnen aufgehängt.
Einem von ihnen vergab er in seiner letzten Stunde
nachdem er kurz für alle seine Sünden Buße getan hatte.
Unser geliebter Herr stieß einen kläglichen Schrei aus:

„Eli, Eli, lema sabachthani?“
Das heißt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Da verspotteten ihn die Juden und schrien zurück:
„Steig hier vom Kreuz herab, wenn du Christus bist
dann werden wir glauben, dass du Gottes Sohn bist!“
Danach bat unser geliebter Herr um einen Trunk;
dann ließen sie ihm Essig und Galle bringen.

Danach sprach er: „Es ist vollbracht!“
Und außerdem: „In deinen Händen, Vater, befehle ich meinen Geist!“
So erlitt unser Herr einen bitteren Tod.
So wurde seine heilige Seite mit einer Lanze durchbohrt;
Wasser und Blut flossen daraus.

Dann sah man, wie die Kreaturen große Trauer erlitten:
Die harten Steine zersplitterten vor Schmerz,
Die Sonne hörte aus großer Not auf zu scheinen,
Die Erde begann vor großer Trauer zu beben,
Die Toten in den Gräbern erwachten wieder zum Leben.

Liebe Freunde, ihr habt gehört, was unser lieber Herr Jesus Christus erlitten hat. Jetzt möchte ich Euch noch viel mehr vorlesen: Wir möchten nun damit beginnen, zu erzählen, was die heilige Maria erlitten hat.

Möge Gott euch so lange leben lassen,
dass ihr seine Gnade verdient,
und helft heute, die heilige Maria zu betrauern!
Denkt heute sorgfältig an ihre Bitterkeit
dass sie so sehr gelitten hat
für den Tod ihres geliebten Kindes,
wodurch er uns von all unserem Elend erlöste!

Aus diesem Grund, all ihr Frauen und Männer,
lasst ihr Leiden in euer Herz eindringen!
Beklagt dies zutiefst aus tiefstem Herzen,
damit ihr freudig und ewig sein könnt
mit Gott und mit Maria
und vor der ewigen Hölle gerettet werden!

Für das, was uns allen passiert,
geht auf die Knie,
sagt ein herzliches Vaterunser
und ein Ave Maria zum Heil eurer Seele!

Die heilige Maria Magdalena und die Mutter des Evangelisten Johannes singen gemeinsam:

Oh, wie traurig und betrübt
war die gesegnete
Mutter des Inkarnierten!
Wer ist der Mann, der nicht weint,
wenn er die Mutter Christi sieht
in solch großer Angst?

Maria Magdalena sagt:

Oh du armes Judenkind,
wie blind du jetzt bist,
die du gebunden und gefangen genommen hast
mit so großer Schande
mein lieber, geliebter Herr
und hängte ihn ans Kreuz!

O Maria, sein Leiden hat unsere Herzen durchbohrt,
so dass uns allen die Sprache vergeht!
Ihr lieben Freunde, die ihr hier versammelt seid,
lasst das Leiden unseres Herrn in eure Herzen eindringen.

Wenn du nach diesem Leben Freude haben willst,
dann sei ihm dankbar für diesen großen und schweren Schmerz!

Johannes spricht:

Maria, meine neue Mutter und liebe Tante,
oh, hör auf zu weinen!
Es könnte nicht anders sein!
Er musste sterben, damit die Welt erlöst werden konnte.

Hier fällt Maria unter unerträglichen Schmerzen zu Boden, und Johannes löst das Tuch, hilft der Mutter Gottes auf und spricht mitfühlend und tröstend:

Steh auf, Maria, liebste Freundin meines Herzens,
und finde Trost für deine Verzweiflung!
Es ist von großer Bedeutung für die Rettung der Menschheit,
dass Jesus Christus, unser Erlöser, gestorben ist.

Die Menschheit wäre verloren gewesen,
wenn unser geliebter Herr nicht von dir geboren worden wäre.
Für uns Arme wollte er Mensch werden:
dafür kam er auf die Erde,
in vollkommener Übereinstimmung mit den Lehren des Propheten,
wie du selbst weißt.

Aufgrund seiner Güte wollte er erlösen
die Menschheit von der Macht des Bösen
und wegen seiner großen Freigebigkeit,
er beendete unseren alten Kummer,
das wurde uns von unseren ersten Vorfahren überliefert;
wie uns die Schrift sagt, kam es von Eva und Adam.

Weil er dafür gestorben ist,
soll er von Frauen und Männern gelobt werden.
Reine Jungfrau Maria, beende deine Klage!
Er wird wahrhaftig am dritten Tag auferstehen;
so werdet ihr ihn mit größerer Freude sehen,
als ein menschliches Herz sich vorstellen oder wünschen kann.

Denk daran, o gute Mutter,
und geh mit mir, in meiner Obhut!
Du sollst meine liebe Mutter sein;

Ich werde dir für immer gehorsam und treu sein.
Die Jünger unseres Herrn sollen es wissen:
Ich werde es mit meinen Absichten, Worten und Taten beweisen.

Aus der imitatio christi Thomas von Kempen: imitatio christi58.

Erasmus von Rotterdam Erasmus von Rotterdam: „Alle müssen den Krieg verlästern“59

Als Christus erwachsen war, was hat er anderes gelehrt und zum Ausdruck gebracht als den Frieden? Weiterhin begrüßt er die Seinen mir dem Segensgruß: „Friede sei mit euch!“ und schreibt diesen Gruß auch den Seinigen als den der Christen einzig würdigen vor. Diese Anweisung befolgen die Apostel, wenn sie im Eingang ihrer Briefe den von ihnen Geliebten den Frieden wünschen. Wer Wohlergehen wünscht, begehrt eine gute Sache; wer aber um Frieden fleht, der fleht um das reinste Glück. Hat er ihn den Seinen schon während seines Lebens soundso oft ans Herz gelegt, wie dringend hat er ihn erst bei seinem Sterben anempfohlen: „Liebet einander, gleichwie ich euch geliebt habe!“ Und wieder: „Meinen Frieden gebe ich euch, den Frieden lasse ich euch!“ Hört ihr sein Vermächtnis für die Seinen? Sind es Streitrosse, Reisige, ein Herrscherthron, Armeen? Nichts von alledem. Was denn? Den Frieden schenkt, den Frieden hinterläßt er, den Frieden mit den Freunden, den Frieden mit den Feinden. Ich lade dich ein, zu vernehmen, was er beim heiligen Abendmahl, als der Tod unmittelbar vor ihm stand, von seinem Vater erfleht hat. Ich denke, er hat da nicht etwas Nichtiges gefordert, da er wußte, seine Bitte werde erfüllt. „Heiliger Vater“, betet er, „erhalte sie in deinem Namen, damit sie eins seien, gleichwie wir eins sind!“ Beachte, was für eine allerhöchste Eintracht der Herr für die Seinen verlangt: nicht nur, daß sie einmütig seien, sondern daß sie e i n s seien, und zwar nicht nur auf beliebige Weise, sondern „gleichwie wir eins sind“, die wir auf die vollkommenste und unaussprechliche Weise eins sind. Zugleich gibt er nebenbei zu verstehen, den Sterblichen sei allein so zu helfen, daß sie den Frieden untereinander pflegen. Wenn die weltlichen Fürsten mit irgendeinem Abzeichen die Ihrigen versehen, um sie, besonders im Kriege, von andern unterscheiden zu können, so schau mit welchem Zeichen Christus die Seinigen versieht: mit keinem andern als dem der gegenseitigen Liebe. „Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, spricht er, so ihr Liebe habt untereinander.“

Wenn der Herr seinem Christenvolk den Namen Ecclesia verlieh, hat er damit etwas anderes gewollt, als daß sie zur Einmütigkeit ermahnt werde? Was ist Gemeinsames zwischen einem Kriegslager und der Kirche? Diese bedeutet Zusammenschluß, jenes Entzweiung. Wenn du dich rühmst, der Kirche anzugehören, was hast du mit dem Kriege zu tun? Wenn du aber von der Kirche losgetrennt bist, was hast du mit Christus gemein? Wenn e i n Haus alle umfaßt, wenn ihr e i n e n Herrn habt, in dem Heer des Einen kämpft, durch denselben Fahneneid geweiht an denselben Auszeichnungen euch freut, vom gleichen Solde lebt, gemeinsam nach demselben Lohne trachtet, wie geratet ihr denn so heftig aneinander? Sehen wir nicht, wie unter den Dienstkameraden, die auf Frömmigkeit gar keinen Anspruch machen, die bloß um Lohnes willen zum blutigen Handwerk zusammengekommen sind, doch größte Einigkeit besteht, aus keinem anderen Grunde, als weil sie unter demselben Zeichen Dienst tun? Die aber, welche doch ihr religiöses Bekenntnis haben, sollten diese selben Dinge, die sie gemeinsam haben, nicht aneinander ketten?

Kommt also bei all den Sakramenten nichts zustande? Die Taufe ist uns allen gemeinsam; durch sie werden wir wiedergeboren, aus der Welt herausgenommen und dem Leibe Christi eingefügt, was kann aber so sehr Einheit bewirken, wie wenn man Glied am gleichen Leibe ist? Davon heißt es: Da ist weder Knecht noch Freier, weder Barbar noch Grieche, weder Mann noch Weib, sondern alle sind einer in Christus, der alle zur Gemeinschaft zusammenschließt. Die Skythen verbindet ein Tröpfchen Blutes, das jeder vom andern aus einem Becher genießt, daß sie nicht zögern, für den Freund auch in den Tod zu gehen. Den Heiden ist die Freundschaft heilig, die sie beim gemeinsamen Mahle geschlossen haben; die Christen aber vermag das Brot vom Himmel und der gesegnete Kelch nicht in der Freundschaft zu erhalten, die Christus selbst geheiligt hat, die sie täglich im Meßopfer erneuern und vergegenwärtigen? Wenn Christus damit nichts bewirkt hat, wozu dann alle diese Zeremonien?

Wenn es ihm dabei ernst gewesen ist, warum wird es von uns so wenig ernst genommen, als ob er damit nur ein Spiel und Theater im Sinn gehabt hätte? Erfrecht sich jemand, zum Tisch des Herrn, dem Sinnbild der Freundschaft, erfrecht er sich, zum Mahle des Friedens heranzutreten, der gegen Christen zum Kriege rüstet und sich anschickt, diejenigen umzubringen, für deren Leben Christus gestorben ist, das Blut derer zu vergießen, für die Christus das seinige vergossen hat?

Sind denn eure Herzen so hart wie Diamant? Sonst besteht doch in so vielen Dingen Gemeinsamkeit, und doch ist in eurem Leben so tiefer Zwiespalt. Wir stehen alle unter demselben Gesetz der Geburt, unter demselben Zwang des Alterns und Sterbens. Alle haben denselben Stammvater, denselben Religionsstifter, sind alle durch dasselbe Blut erkauft, durch dieselbe Taufe geweiht, mit demselben Sakrament gespeist, und was dadurch in uns gewirkt wird, kommt alles aus derselben Quelle, ist allen in gleicher Weise gemeinsam. Alle gehören derselben Kirche an, alle erwarten denselben Lohn. Hat nicht das himmlische Jerusalem, nach dem sich aller Christen Sehnsucht richtet, seinen Namen von jener Vision des Friedens, deren irdisches Abbild die Kirche in sich trägt? Wie kommt es, daß ein solcher Kontrast zwischen dem Vorbild und dem Abbild besteht? Hat die erfindungsreiche Natur so gar nichts zustande gebracht? Hat Christus selbst mit allen seinen Geboten, seinen Sakramenten und Symbolen sein Werk nicht vollenden können? Nach dem Sprichwort hackt keine Krähe der andern die Augen aus, die Christen aber bringt weder das Gute noch das Böse zusammen.

Der Segeberger Altar

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Abbildung 11: Der Segeberger Altar – Foto

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Abbildung 12: Der Segeberger Altar – Schema
A.1.3. Christologie

Johannes von Damaskus Johannes von Damaskus: Vom Kreuze60

Wohl ist jede Handlung und Wundertat Christi überaus groß und göttlich und wunderbar, aber bewundernswerter als alle ist sein kostbares Kreuz. Denn durch nichts anderes ward der Tod vernichtet, die Sünde des Stammvaters nachgelassen, die Hölle beraubt, die Auferstehung geschenkt, die Kraft uns gegeben, das Gegenwärtige, ja selbst den Tod zu verachten, die Rückkehr zur ursprünglichen Seligkeit vollführt, das Paradiesestor geöffnet, unsere Natur zur Rechten Gottes gesetzt, [durch nichts anderes] sind wir Gotteskinder und Erben geworden als durch das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. Durch das Kreuz ward ja alles vollbracht.

Dieses ist ein Siegel, daß uns der Erwürger nicht berühre, wie die Schrift sagt. Dieses ist Aufrichtung der Liegenden, Halt der Stehenden, Stütze der Schwachen, Stab der Geleiteten, Führer der Umkehrenden, Vollendung der Fortschreitenden, Heil der Seele und des Leibes, Abwehr aller Übel, Gewähr aller Güter, Tilgung der Sünde, Reis der Auferstehung, Baum ewigen Lebens.

Dieses wirklich kostbare und verehrungswürdige Holz (Kreuz) nun, an dem sich Christus selbst für uns zum Opfer gebracht, ist zu verehren, da es durch die Berührung des heiligen Leibes und Blutes geheiligt ist, desgleichen die Nägel, die Lanze, die Kleider und seine heiligen Stätten, als da sind: die Krippe, die Höhle, das heilbringende Golgatha, das lebengebende Grab, Sion, die Burg der Kirchen, und dergleichen.

Wir verehren aber auch das Bild des kostbaren und lebenspendenden Kreuzes, mag es auch aus anderem Stoff bestehen. Wir ehren ja nicht den Stoff – das sei ferne –, sondern das Bild als Sinnbild Christi.

Anselm von Canterbury Anselm v. Canterbury: Cur Deus Homo61

Aller Wille der vernunftbegabten Schöpfung muss dem Willen Gottes unterworfen sein. Das ist die Verpflichtung, die Engel und Mensch Gott schulden und jeder, der sie nicht einlöst, sündigt. Wer Gott diese geschuldete Ehre nicht erweist, nimmt Gott das seine und entehrt Gott; und das heißt sündigen. Solange er aber nicht einlöst, was er geraubt hat, bleibt er in Schuld. Es reicht aber nicht aus, nur das zurückzugeben, was weggenommen wurde, sondern aufgrund der verursachten Beleidigung muss er mehr zurückgeben, als er genommen hat. So muss also jeder, der sündigt, [bei] Gott die Ehre einlösen, die er geraubt hat; und das ist die Genugtuung, die jeder Sünder Gott leisten muss.

Das aber kann nicht geschehen, wenn nicht jemand [bei] Gott für die Sünde des Menschen etwas einlöst, das größer ist als alles, was außerhalb von Gott existiert. Jener, der von sich her etwas geben kann, das alles außerhalb von Gott überragt, muss notwendig auch größer sein als alles Nicht göttliche. Nichts aber ist über allem Nichtgöttlichen außer Gott. Also kann niemand außer Gott [selbst] diese Genugtuung leisten. Es darf sie aber niemand leisten außer dem Menschen. Wenn also, wie es feststeht, notwendigerweise durch Menschen jene obere Stadt vollendet wer den muss [nämlich die Gemeinschaft der Seligen im Himmel], das aber nicht ohne die genannte Genugtuung geschehen kann, die niemand außer Gott leisten kann und niemand außer dem Menschen leisten darf: so ist es nötig, dass sie ein Gott-Mensch leiste.

Nichts Härteres aber und Schwereres kann der Mensch zur Ehre Gottes freiwillig und ohne Verpflichtung erleiden als den Tod, und in keiner Weise kann sich der Mensch Gott mehr hingeben, als wenn er sich zu dessen Ehre dem Tod überliefert.

Jener [nämlich Christus] brachte dem Vater freiwillig dar, was er durch keine Notwendigkeit jemals verlieren sollte, und er löste für die Sünder ein, was er für sich selbst nicht [einlösen] musste.

Die Confessio Augustana Das Augsburger Bekenntnis62

Friedrich Schleiermacher Friedrich Schleiermacher: Reden über die Religion63

Søren Kierkegaard Søren Kierkegaard: Anrufung64

Zwar ist es 1800 Jahre her, seitdem Jesus Christus hier auf Erden wandelte; aber das ist ja kein Ereignis wie andere Ereignisse, die erst, als vergangen, in die Geschichte übergehen, um dann, als längst vergangene, in Vergessenheit zu geraten. Nein, seine Gegenwart hier auf Erden wird niemals Vergangenheit sein und somit auch noch vergangener – wenn anders Glauben auf Erden ist; denn, wenn es keinen Glauben gibt, dann ist es wahrscheinlich in demselben Augenblick lange her, seit er lebte. Solange es dagegen einen Glaubenden gibt, muß dieser – sonst wäre er ja nicht gläubig geworden – immer so gleichzeitig mit Jesu Gegenwart gewesen sein und bleiben wie jene Gleichzeitigen; diese Gleichzeitig ist die Voraussetzung des Glaubens, genauer: Sie ist der Glaube selbst.

Herr Jesus Christus, gib, daß wir auch so gleichzeitig mit dir werden, dich in deiner wahren Gestalt und in der Umgebung der Wirklichkeit sehen, wie du hier auf Erden gingst; nicht in der Gestalt, die dich eine leere nichtssagende oder eine gedankenlos-schwärmerische oder eine historisch-geschwätzige Darstellung entstellt hat – welche weder die Gestalt der Erniedrigung ist, in der dich der Gläubige sieht, und welches unmöglich die der Herrlichkeit sein kann, in der dich doch niemand gesehen hat. Daß wir Dich sehen möchten, als das, was du bist und warst und sein wirst bis zu deiner Wiederkunft in der Herrlichkeit, als das Zeichen des Ärgernisses und als den Gegenstand des Glaubens, als den geringen Menschen und doch als den Erretter und Erlöser des Menschengeschlechts, der aus Liebe auf die Erde kam, um die Verlorenen zu suchen, um zu leiden und zu sterben, und der trotzdem – ach, bei jedem Schritt, den du auf Erden machtest, jedesmal, wenn du die Verirrten riefst, jedesmal, wenn du deine Hand ausstrecktest, um Zeichen und Wunder zu tun, und jedesmal, wenn du, ohne eine Hand zu rühren, wehrlos den Widerstand der Menschen erleiden mußtest, – trauernd immer – und immer wiederholen musstest: selig, wer sich an mir ärgert. Daß wir dich sehen lernten, und daß wir uns dann nicht mehr an dir ärgern möchten.

Kierkegaard: Über einen Predigtvortrag65

Welch ehrlose Falschheit im Predigervortrag! Man sagt, Christus ging nicht hinaus in die Wüste oder ins Kloster, er blieb in der Welt: ergo – ja, damit glaubt man all die unendliche Weltlichkeit, in der die Geistlichkeit lebt, verteidigt zu haben. Nein, halt. Allerdings, Christus ging nicht hinaus in die Wüste, nicht ins Kloster, das wäre für ihn eine reine Milderung gewesen; er blieb in der Welt – aber doch wohl nicht, um Justizrat, Ritter, Ehrenmitglied von diesem und jenem zu werden, sondern um zu leiden. Das war der Profit, den er davon hatte, in der Welt zu bleiben, und den Profit hätte er durch den Gang ins Kloster allerdings vermieden.

Heinrich Vogel Heinrich Vogel: Was ist es um Christus66

Er selber, er allein ist die Christusfrage und die Christusantwort, und es entscheidet sich eigentlich schon alles daran, ob wir wirklich nach ihm, nach dem wirklichen Christus fragen, und nicht etwa nach ganz etwas anderem, das uns das Wichtigste zu sein scheint, mit dem er aber vielleicht nichts zu schaffen hat, mit dem er gewiß nicht verwechselt sein will.

Es ist wahrlich ein Wunder Gottes, wenn nun doch einer, ein tauber Mensch, für diese Antwort hörend wird und das bekennt, was Petrus bezeugt: „Und er sprach zu ihnen: wer sagt denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn." Diese Antwort, in der das ganze Heil und alle Gotteserkenntnis beschlossen ist, ist wahrlich keine Antwort menschlicher Gottesschau und keine letzte Ahnung menschlicher Religiosität. Diese Antwort stammt nicht von unten, sondern von oben!

Christus, das ist ein Titel, der Machttitel über alle Machttitel, die Herrschaftswürde über alle Herrschafts würde; denn es ist der Titel und Name des Königs über alle Könige, des ewigen Herrschers und Retters, der dem Volk Israel verheißen war. „Messias“ – so heißt der Christusname auf hebräisch — ist der König des Gottesreiches, der als der Retter nicht nur des Volkes, in dem er geboren werden sollte, sondern als der Retter aller Völker kommen sollte. Und nun besagt der Name Jesu Christi: Dieser Jesus von Nazareth, er, er allein, ist jener verheißene Messias, König und Heiland! „Weil „Christus“ ein Königstitel ist, der Titel des Königs über alle Könige, liest du im Neuen Testament des öfteren die uns zunächst befremdliche Reihenfolge: „Christus Jesus“, d.h. eben der Christus, der König Jesus, der Herr Jesus.

Warum ward Gott ein Mensch? Um unsertwillen, um unserer Errettung willen! Ja, so wahr er sich unser erbarmen wollte, mußte Gott ein Mensch werden! Aber verstehst du wohl, was das für ein ganz anderes „Muß“ ist? Nicht solch ein „Muß“, wie wir Menschen es verstehen, ein Schicksalsmuß oder sonst ein erzwungenes Muß. Gottes Handeln hat seinen Grund in Gottes freiem Willen, in seinem grundlosen Erbarmen.

Er trat an unsere Stelle.

Das ist das Geheimnis seiner Leiden: es ist gar nicht sein, sondern unser Leiden und Sterben. Fremdes Leiden und Sterben hat er zu seinem eigenen Leiden und Sterben gemacht. Leid und Tod ist ihm, dem ewigen Sohn Gottes, so fremd wie dem Licht Gottes die Nacht der Sünde und des Todes. Nun aber ist er in diese Fremde der Sünde und des Todes eingegangen und hat das Leben des Fremdlings und Flüchtlings vor Gott, das dem Todesgericht entgegeneilt, zu seinem Leben gemacht. Das heißt aber: Er, der Unschuldige, wird der Schuldige. Er, der Heilige, wird der Verfluchte. Er, der Lebendige, wird der Todverfallene.

Er wurde nicht von einem wilden Haufen überfallen und gelyncht; sondern die obersten und rechtmäßigen Behörden, die zu Hütern des Rechts und der Ordnung gesetzt waren, überanworteten ihn zum Tode, die Staatsbehörde auf Anstiften und Verlangen der Kirchenbehörde. …

Der Fluch des von uns nicht erfüllten heiligen Gesetzes Gottes trifft ihn, der dies Gesetz erfüllt hat. Wie er das Gesetz an unserer Stelle erfüllt hat, so erleidet er stellvertretend den Straffluch, der die Empörer und Übertreter des Gesetzes trifft. Er, der Gott nie verlassen hat, wird der von Gott Verlassene an der Stelle derer, die Gott verlassen haben und der Hölle der Gottverlassenheit schuldig sind. Der von uns Gekreuzigte ist der für uns Gekreuzigte! …

Daß der für uns Gekreuzigte auferstanden ist vom Tode.

Durch die Auferweckung Christi bekennt sich Gott zu diesem seinem göttlichen Werk. Er untersiegelt gleichsam den Testamentsbrief Christi und setzt ihn für uns in Kraft. Fehlte dieses Gottessiegel der Auferstehung, so wäre uns auch der Tod Christi keine Rettung, so blieben wir mit Christus gestorben und begraben, so blieben wir verloren.

Darin liegt denn der eigentliche Trost seiner Auferstehung beschlossen: Gott hat ihn als den an unserer Stelle Gekreuzigten vom Tode erweckt. Als der, der sich für uns erniedrigt hat, ist er auf erstanden! Was heißt das? Das heißt: Gott sagt zu uns Ja. Indem Gott zu dem Christus Ja sagt, der einer von uns ward, sagt Gott zu uns selbst sein göttliches Ja! …

Daß er die Welt regiert.

Die Welt scheint ja unter ganz anderer Herrschaft und Gewalt zu stehen. Noch ist sie durchtobt von der Revolution gegen Gott, noch geschehen in ihr täglich die unmenschlichen Dinge. Noch ist sie ein stündlich sich vergrößernder Friedhof. Noch seufzt sie unter der Tyrannei und dem Terror der Mächte der Finsternis, mit denen sie gemeinsame Sache macht. Noch scheint Gott im Himmel ein gar ohnmächtiger Mann zu sein. Noch hört sich für die zweifelnde und spottende Welt die Botschaft von der Königsherrschaft Christi an wie ein schönes, fernes Gedicht. Aber: vivit, d.h. er lebt! regnat, d. h. er herrscht! seine Weltherrschaft ist tief verborgen. So öffentlich die Reiche und Mächte dieser Welt sind, so heimlich seine Himmel und Erde füllende Gewalt! Aber so gerichtet, abgetan und entmächtigt die Weltmächte sind, die vergehen, so ewig bleibend ist seine Herrschaft. Die Welt lebt von dieser seiner Gnadenherrschaft. Durch ihn, der das Wort ist, ist sie geschaffen. Durch dieses fleischgewordene, nunmehr zu dem Vater heimgekehrte Wort wird sie erhalten.

Daß er wiederkommen wird in Herrlichkeit.

Als die abgefallene Welt hat die Welt keine wirkliche Zukunft. Ihre Zukunft ist der Tod. Dem Abgrund des Todes läuft der Strom ihres Lebens mit unaufhaltsamem Gefälle entgegen. Alle Anläufe und Anfänge ihrer Hoffnungen und Unternehmungen bohren sich in ein gewisses Ende hinein. Der zu ihr kommende Tod, das ist ihre Zukunft. Alle Zeit, die sie vor sich hat, wird in das Vergehen hineingerissen. Alle ihre Zukunft verwandelt sich unaufhörlich in Vergangenheit. Unendlich dehnt sich vor ihr die Wüste ihres Dahinsterbens. Aber Gott hat ihr eine neue, andere Zukunft bereitet: Die Zukunft seines Sohnes. Er, in dem die Ewigkeit herniedergestiegen ist in diese unsere Todeszeit, er wird wiederkommen! Die Todeswüste ist unter eine neue, unerhörte Hoffnung geraten. Das Leben hat einen neuen zukünftigen Sinn erhalten! So wie die Unheilsmächte entmächtigt sind, so ist die neue, eine große Erwartung auf den Plan gerufen.

A.1.4. Religionskritik

Johann Wolfgang von Goethe Das Prometheus-Gedicht

Ludwig Feuerbach Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums – Sechstes Kapitel67

A.1.5. Weitere Materialhinweise

Bibelstellen Evangelischer Erwachsenen Katechismus: Zur theologischen Bedeutung des Kreuzes68

Das Christentum wurde die Religion des Kreuzes, und das Kreuz wurde zum Leitthema des Christentums. Schon bald haben die ersten Christen in Jesu Kreuzestod die Vollendung seines Lebensweges gesehen, weil sie an den Erscheinungen des Auferweckten das Bekenntnis Gottes zu Jesus er- kannten. Freilich war es ein ungeheures Wagnis, das Kreuz, ein Hinrichtungsinstrument, in einem religiösen Sinn zu deuten. Aber auch heute, wo Kreuze überall als Schmuck oder Ehrenzeichen dienen, macht es Mühe, Gottes Nähe mit dem Kreuz in Verbindung zu bringen. Denn auch im 21. Jahrhundert steht das Kreuz für Schändung und Vernichtung von Leben. Paulus formuliert diese Spannung, wenn er schreibt: »Denn die Juden fordern Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit« (1 Kor 1,22–24). In den neutestamentlichen Schriften finden sich unterschiedliche Versuche, das Kreuzesgeschehen zu erklären:

Glaubensbekenntnisse Übersicht in Wikipedia, insbesondere das Apostolische Glaubensbekenntnis, dazu der Kleine Katechismus Martin Luthers. Dort in diesem Zusammenhang vor allem der Zweite Artikel.

Gebet Gebet vor dem Bordesholmer Altar

Dieses Gebet eines gegenwärtigen Besuchers des Bordesholmer Altars hat keinen menschlichen Autor. Copilot von Microsoft hat es zum Abschluss einer längeren Befragung zum Gebetsleben bei den Bordesholmer Agustinerchorherren entworfen. Es nimmt die Christus-Konzentration der Windesheimer Kongregation auf. So ähnlich könnte damals gesprochen worden sein.

Herr Jesus Christus,
vor deinem Leidensweg stehe ich – geschnitzt in Holz, doch lebendig in meinem Herzen.
Du trägst das Kreuz, du stirbst für die Welt, du erstehst in Licht und Leben.
Lass mich erkennen, was du für mich getan hast.

In den Figuren sehe ich die Geschichte der Erlösung,
in deinem Blick die Liebe, die nicht vergeht.
Gib mir die Demut, vor deinem Opfer still zu werden,
und die Kraft, dein Licht in die Dunkelheit zu tragen.

Du bist der Anfang und das Ende,
der Menschensohn und der Weltherrscher, der Gekreuzigte und der Auferstandene.
Vor dir knie ich – nicht aus Angst, sondern aus Ehrfurcht.

Segne alle, die hier verweilen,
die staunen, beten, hoffen.
Und lass diesen Altar nicht nur Kunstwerk sein,
sondern Fenster zum Himmel.

Amen.

Texte Breviere:

Predigten Luther:

Theologische Bücher Für den akademischen Betrieb:

Für jedermanns Interesse – greifbare Bücher:

Für jedermanns Interesse – antiquarische Bücher:

Von außen gesehen:

A.2. Verzeichnisse

Abbildungen

Nach dem Eingang — Blick nach Osten
Der Altar, wenn man vor ihm steht.
Der Altar schließt den Chor ab
Die Gliederung des Altaraufsatzes
Die Gefangennahme
Von der Marienklage zum Bordesholmer Altar
Segeberger Altar – Pfingstwunder und Jüngstes Gericht.
Thematische Landkarte: Bordesholmer Altar – Die inneren Zusammenhänge
Thematische Landkarte: Bordesholmer Altar – Die äußeren Bezüge
10 Die Gliederung des Unterrichts in Abschnitten
11 Der Segeberger Altar – Foto
12 Der Segeberger Altar – Schema

Herkünfte:

Literatur

Albrecht, Uwe und Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung, Hrsg.: Der Bordesholmer Altar des Hans Brüggemann – Werk und Wirkung, Akten des Internationalen Colloquiums „Das Bordesholmer Retabel“ (Schleswig, 10.-12. Oktober 1994), veranst. von den Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Skulpturensammlung, Reimer, 1996.

Allversöhnung, doppelter Ausgang des Gerichts EZW, url: https://www.ezw-berlin.de/publikationen/lexikon/allversoehnung-doppelter-ausgang-des-gerichts-annihilation/ (besucht am 28.08.2025).

Anselm von Canterbury, url: https://willenberg-clp.de/wp-content/uploads/2020/11/AnselmvCanterbury.pdf (besucht am 13.08.2025).

Appuhn, Horst: ?Der Bordesholmer Altar – Studien zum Werk Meister Hans Brüggemanns?, Kiel, Univ., Diss., 1952.

Der Bordesholmer Altar und die anderen Werke von Hans Brüggemann, [2. verbesserte Auflage], Die Blauen Bücher, Königstein im Taunus: Karl Robert Langewiesche Nachfolger, 1987.

Einführung in die Ikonographie der mittelalterlichen Kunst in Deutschland, 4., gegenüber der 3. unveränd. Aufl. Die Kunstwissenschaft, Wissenschaftl. Buchges., 1991.

Auge, Oliver u.a., Hrsg.: Der Bordesholmer Altar des Hans Brüggemann, Tagungsband zur interdisziplinären Tagung zum 500-jährigen Bestehen des Bordesholmer Altarretabels von Hans Brüggemann, 23. bis 25. September 2021, Schloss Gottorf und St. Petri-Dom zu Schleswig.

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Jaspers, Karl: Die maßgebenden Menschen – Sokrates, Buddha, Konfuzius, Jesus, 8., veränd. Taschenbuchausg. Serie-Piper 126, München [u.a.], 1997.

Johannes von Damaskus: Genaue Darlegung des orthodoxen Glaubens, hrsg. von Gregor Emmenegger – Université Fribourg, url: https://bkv.unifr.ch/de/works/cpg-8043/versions/genaue-darlegung-des-orthodoxen-glaubens-bkv (besucht am 13.08.2025).

Kähler, Ingeborg: ?Der Bordesholmer Altar – Zeichen in einer Krise?, Ein Kunstwerk zwischen kirchlicher Tradition und humanistischer Gedankenwelt am Ausgang des Mittelalters, Diss., Kiel, 1978 u.d.T.: Der Bordesholmer Altar zwischen Devotio moderna und Humanismus, 1981.

Kasper, Walter: Bedeutung des Werkes Nachfolge Christi von Thomas von Kempen, url: https://www.kardinal-kasper-stiftung.de/de/aktuelles/vortraege/vortragstexte/bedeutung-des-werkes-nachfolge-christi-von-thomas-von-kempen/ (besucht am 30.07.2025).

Kierkegaard, Søren: ?Einübung im Christentum?, in: Kierkegaard, hrsg. von Hermann Diem, Frankfurt/M - Hamburg: Fischer Bücherei, 1956, S. 141–174.

Geheime Papiere, hrsg. von Tim Hagemann, Limitierte Erstausg., 1.-7. Tsd. Die andere Bibliothek, Frankfurt/M: Eichborn, 2004.

Kommunikationswerk, Nordkirche, Hrsg.: 500 Jahre Bordesholmer Altar, url: https://www.nordkirche.de/nachrichten/nachrichten-detail/nachricht/500-jahre-bordesholmer-altar (besucht am 29.07.2025).

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